Für eine starke SP in Biel

Biel kann mehr! Weltoffenheit, savoir vivre, Mut und Optimismus haben diese Stadt geprägt und vorwärts gebracht. Für eine solche Politik stehe ich ein und darum engagiere ich mich in und für die SP.

An die Schlechtmacher und Nörgler in Biel/Bienne: Hört endlich mal auf ständig auf unserer Stadt rumzuhacken!

Gestern wurden die Zahlen zur Sozialhilfequote in Biel veröffentlicht und sie sind leider, trotz den vollmundigen Ankündigungen der SVP vor vier Jahren, in einer für die Exportindustrie schwierigen Zeit, nochmals leicht gestiegen. Wie immer bei solchen Gelegenheiten kommt da sofort eine Bieler Spezialität aus den Löchern: Die Armada der Nörgler und Pessimisten. Die Leute die nur eine Leier kennen: Alles ist schlimm, es geht nur abwärts, es bringt doch eh alles nichts und Schuld sind natürlich immer die anderen. Die AusländerInnen, die Armen und natürlich die Linken, Grünen und Netten. In den Online-Foren der Zeitungen und auf Facebook sind die Schlechtmacher gerade wieder voll im Schwung. Nach einem besonders verdrehten Kommentar, mit dem ein GLP-Stadtpolitiker die hohe Sozialhilfequote der SP in die Schuhe schieben wollte (ihre Politik habe eine hohe "Standortattraktivität" für SozialhilfebezügerInnen geschaffen und verhindere, dass die Leute wieder arbeiten gingen), war auch bei mir der Ärger gross genug um einen solchen Facebook-Rant abzulassen. Aber nicht etwa gegen Biel/Bienne sondern gegen die Leute die ständig auf dieser tollen Stadt herumhacken! Das ist dabei rausgekommen:

 

Es ist besonders ärgerlich, zu sehen wie sich jetzt zu Wahlkampfszeiten aus opportunistischen Gründen auch eigentlich ganz vernünftige Leute dem Lieblingshobby einiger BielerInnen, dem Gejammer und Genörgel, anschliessen. Die Grünliberale Partei probiert zum Beispiel verzweifelt sich dem rechten Rand anzubiedern. Sie hatte bereits beim Budget mit der SVP paktiert um soziale Organisationen wie Gassenküche oder die Dargebotene Hand zu schröpfen und ist damit von der Bevölkerung überdeutlich abgestraft worden. Doch die Lektion scheint nicht angekommen. Mit hysterischen Halbwahrheiten über eine angebliche katastrophale Verschuldung (in Realität verdient Biel deutlich mehr durch Vermögenserträge als es Zinsen für aufgenommes Geld zahlt) und neuerdings mit unlogischen Anwürfen einiger Exponenten an die SP, sie sei durch ihre Politik des respektvollen Umgangs mit den Menschen die auf Sozialhilfe angewiesen sind, Schuld an der hohen Sozialhilfequote, versucht die GLP offensichtlich im trüben Reservoir von früher Auto/Freiheits-Partei und heute SVP-WählerInnen zu fischen.

Zu behaupten, es sei schlichtwegs ein Willensentscheid ob Menschen von der Sozialfhilfe abhängig sind, zu behaupten man müsse es Leuten die in Not sind und Unterstützung brauchen es nur unbequem genug machen und dann würden die flugs wieder arbeiten ist nicht nur völlig an der Realität vorbei, sondern zeigt auch einen Zynismus und ein Menschenbild das kaum mit der stolzen liberalen Tradition vereinbar ist. Ich empfehle allen die sich mit dem Etikett "Liberal" schmücken mal etwas genauer die grossen Bieler Liberalen, Karl Neuhaus und Co., zu studieren. Biel ist in vieler Hinsicht die Wiege der Liberalen Revolution in der Schweiz, ja hatte eine wichtige Ausstrahlung für den ganzen Kontinent! Bei diesem Erbe könnte man schon einen etwas sorgfältigeren und reflektierteren Umgang erwarten.

Die Stadt Biel hat mit dem doppelten Kollaps der Uhrenindustrie in den 70ern und frühen 80ern einen Schock verarbeitet, der andere Städte zum schleichenden absterben verdammt hätte. In wenigen Jahren sind fast 15'000 von knapp 65'000 Menschen weggezogen. Tausende von Arbeitsplätzen für Hochqualifzierte verschwanden praktisch über Nacht. Die Bodenpreise fielen in den Keller, die Investitionen sanken auf praktisch Null. Restaurants, Hotels, Textil-Reinigungen, Boutiquen usw. mussten alle heftigste Umsatzeinbussen erleben, viele gingen Pleite.

An einem Tag noch als Hauptstadt des Kantons Jura angefragt, gefürchtete innerkantonale Rivalin des mächtigen Bern, am nächsten Tag "Krisenstadt Biel" mit apokalyptisch anmutenden Fernsehberichten ("Schweizer Uhrenindustrie; Die Zeit ist abgelaufen"; "Schwarzer Oktober in der Uhrenindustrie").

Biel ist aber nicht zugrunde gegangen. Biel ist auch kein Köniz geworden oder eine Schlafstadt à la Thun. Nein. Die Stadt hat sich zurück gekämpft. Sie behauptet sich als eigenständiges, kulturelles und soziales Zentrum für eine ganze Region und sie pflegt ihre Einzigartigkeiten: Die Zweisprachigkeit, die schweizweit einzigartige Urbanität und Vielfalt, die Musik-Szene, die Berufsbildung und den Sport. Und seit etwa 2000 wächst sie auch wieder. Der Bodenpreis erholt sich allmählich, FH-Campus, Innovationspark, Firmen-Ansiedlungen, Coupole-Umbau, WTA-Turnier, Beach-Volley EM, First Friday usw. Das ist der Kurs dieser Stadt nach vorne.

Das ist aber nach GLP bis SVP-Meinung völlig nebensächlich, weil es nicht in ihr Untergangsszenario passt. Und wenn mal etwas gut läuft, dann ist es der Verdienst aller anderen, aber sicher nicht etwa das Resultat einer nachhaltigen, vorauschauenden Strategie. Einer Strategie die eben auch und gerade im sozialen Bereich (ebenso wie beim Sport und der Kultur) keine Hauruck-Lösungen und Methoden vorsieht. Einer Strategie die versteht, dass Stadtentwicklung heisst, die Gemeinschaft insgesamt zu entwicklen, einer Strategie die versteht, dass es nicht die Schuld und das Verdammnis des Einzelnen ist, wenn er in Arbeitslosigkeit und Not gerät, sondern das es eine gemeinsame Aufgabe ist, Krisen zu überwinden. Das es eben auch gerade die AusländerInnen sind, die Armen, die Linken, Netten und Grünen die mithelfen wollen und können, diese Stadt nach vorne zu bringen. Die genauso zu einem starken Biel gehören.

Wirklich lächerlich wird es, wenn jetzt GLPler aus politischem Kalkül einen Katastrophen-Gemeinderat der SVP verteidigen, der seit vier Jahren Sozialdirektor in der Stadt ist und dabei nur Pleiten produziert hat. Beat Feurer hat einst grossmaulig angekündigt, er würde die Sozialhilfe-Quote halbieren. Damit hat er ja auch praktisch die Hälfte der Unterstützten diffamiert. Nun ist er, für alle ausser ihm kaum überraschend, gewaltig auf die Schnauze gefallen. Und jetzt kommt die GLP und behauptet es läge an der SP? Man fragt sich, haben die überhaupt noch die Übersicht, haben sie noch einen Kompass? Oder reden sie einfach dem Wutbürger nach dem Bauch? Mit dem Burka-Bäumle ist ja national schon eine Richtung vorgespurt, und in Biel ists die völlig fehlplatzierten Sparhysterie (Ludothek zumachen, geits no?) und die ständige Schlechtrederei und Heruntermachung dieser Stadt. Nichts gegen konstruktive Kritik, auch die SP hat viele Punkte die sie für Verbesserungswürdig hält. Aber man darf und sollte in Biel auch Stolz sein auf die grossen Leistungen. Auf das Überwinden der Jahrhundert-Krise und auf Biels Werdegang in den 40 Jahren danach!

PS: Das tolle Foto ist vom Bieler Fotografen Stöh Grünig!

Share this:

Kürzliche Posts

Fakten vor Radikalismus gut und recht, aber die Fakten sollten auch stimmen

11. März 2017 - 16:50

Mattea Meyer, Cédric Wermuth, Jean-Christophe Schwab und Mathias Reynard haben sich verrechnet... gröber. In ihrem offenen Brief "Kein Radikalismus vor den Fakt...

Weiterlesen

An die Schlechtmacher und Nörgler in Biel/Bienne: Hört endlich mal auf ständig auf unserer Stadt rumzuhacken!

24. August 2016 - 18:05

Gestern wurden die Zahlen zur Sozialhilfequote in Biel veröffentlicht und sie sind leider, trotz den vollmundigen Ankündigungen der SVP vor vier Jahren, in eine...

Weiterlesen

PanamArena

10. April 2016 - 04:06

Hunderte korrupter Politiker, tausende weitere Täter aus den Weltweiten Eliten, hunderttausende Briefkastenfirmen, viele davon aus der Schweiz bestellt und Mill...

Weiterlesen

Unterstütze mich auf Facebook

Bleib informiert über meine Aktivitäten

Franz-Dominik Imhof

© Copyright 2017 | Erstellt durch ONLINEWAHLKAMPF.CH